‚An der Art und Weise, wie ein Volk seine Toten ehrt,
erkennt man die Höhe seiner Kultur.’

EINE GEDÄCHTSNISSTÄTTE
FÜR DIE OPFER DES ZWEITEN WELTKRIEGES
DURCH BOMBEN, VERSCHLEPPUNG, VERTREIBUNG
UND IN GEFANGENENLAGERN

Begrabe Deine Toten tief in das Herz hinein.
Sie werden dir im Leben lebendige Tote sein.
Und ihr werdet im Volke leben
Besser als in Stein und Erz.
Seele, vergiß sie nicht,
Seele, vergiß nicht die Toten!

 

In diesem Sinne wollen wir den Toten, Geschundenen und Geplagten unseres Volkes ein würdiges Denkmal mitten in Deutschland und eine bildliche Darstellung ihres schweren Schicksals in unserer Geschichte mit zeitgemäßen und anschaulichen Mitteln errichten.

Wir denken an das Leid der Frauen, Kinder und Greise, unserer wehr- und waffenlosen Landsleute, die im Laufe des Zweiten Weltkrieges und in der Not danach ihre Lieben, Nächsten, Heimat, Hab und Gut, Gesundheit und Leben verloren haben. Es sind Millionen, deren Grab man heute nicht mehr findet. Menschen, die in der Ostsee ertrunken sind, die irgendwo am Straßenrand liegengeblieben sind, die erschlagen wurden, die unter Vergewaltigungen umkamen, die in den Feuerstürmen der Bombennächte zu Asche verbrannten, die in den Lagern verhungerten oder zu Tode gequält, in unbekannten Massengräbern verscharrt wurden.

Welches Stigma haben diese Opfer, daß ihrer nicht gedacht werden darf, daß sie so gnadenlos ohne jedes Gedenken bleiben?

Wir wollen ihr Gedächtnis pflegen, das Gedächtnis ihres Hungerns, Frierens, Fronens, Fliehens, Fürchtens, ihrer Entehrung und Verlassenheit, ihrer Todesängste und Qualen in den Feuersbrünsten und bei der Vertreibung. Denn auch diese Toten haben ein Recht, daß ihrer gedacht wird! Ist es nicht ein schwerwiegendes Versäumnis, ja ein Schandfleck für unser Volk, daß es kein zentrales Denkmal für diese 12 Millionen deutschen Opfer gibt? Es gilt, im Wissen um unseren Platz in der zivilisierten Welt, eine längst fällige Schuld einzulösen und uns damit in den Kreis der anderen Völker zu stellen, die ihre Toten und Geschundenen ehren, vor denen auch wir uns neigen und die wir in internationalen Versöhnungsstätten betrauern. Das Gedenken der Millionen Toten die Ehre zu geben, die Gelder für die Anlage und Ausgestaltung der einigenden und einzigen Trauerstätte in Deutschland zu erübrigen, dazu wollte sich die öffentliche Hand nicht hergeben.

Das sog. ’Zentrum gegen Vertreibungen’, daß der BdV nunmehr im Deutschen Haus in Berlin für alle Vertreibungen der Geschichte anstrebt (Fertigstellung in 3-5 Jahren!), hat sich von der ursprünglichen Zielsetzung völlig entfernt und ist mit unserer Gedächtnisstätte nicht inhaltsgleich. Von 19 Mitgliedern des Stiftungsrates vertreten 2 Mitglieder das Auswärtige Amt, 2 Mitglieder das Bundesinnenministerium, 1 Mitglied vertritt den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, 2 Mitglieder die evangelische Kirche, 2 Mitglieder die katholische Kirche, 2 Mitglieder den Zentralrat der Juden in Deutschland, 2 Mitglieder die CDU/CSU, 2 Mitglieder die SPD, 1 Mitglied die FDP und schließlich 6 Mitglieder den BdV (ohne Frau Steinbach). Ein Gedenken an das größte Vertreibungsverbrechen der Weltgeschichte, nämlich die Vertreibung der gesamten deutschen Bewohner aus den deutschen Ostgebieten, wird bei dieser Zusammensetzung nicht entstehen. Ein würdiges Gedenken an das millionenfache Leid wird nur in Form unserer geplanten Gedenkstätte stattfinden, das ist bereits jetzt zu erkennen.

Die jetzt heranwachsende Generation kann sich heute weder unsere glänzenden Städte als Trümmerlandschaften noch eine Vertreibung von Haus und Hof innerhalb weniger Stunden vorstellen. Sie kann sich nicht hineindenken in die grauenhaften Bombennächte oder in das massenhafte Verhungern in den Gefangenenlagern. Dieses Schicksal, das ein Großteil unseres Volkes erlitt, führt nachfolgenden Generationen das vor Augen, was diesen Kindern und Kindeskindern erspart geblieben ist. Nur dann kann es für die folgenden Generationen fruchtbar werden und weiteres Leid verhindern.
Dafür steht unser Denkmal. Wir achten jedes Volk, das sich treu zu seinem Schicksal bekennt, ob ehemals Feind oder nunmehr Freund. Es werden heute immer noch Menschen aus ihrer Heimat vertrieben, gepeinigt, geschunden, im Bombenterror getötet, entgegen allen UN- und KSZE-Beschlüssen und Verträgen. Auch hier will die Gedächtnisstätte mahnend und erziehend wirken.

Der Verein Gedächtnisstätte will deshalb entsprechend unserer Satzung §1 eine würdige Gedenkstätte für die deutschen Opfer der Zweiten Weltkrieges durch Bomben, Verschleppung, Vertreibung und in Gefangenenlagern einrichten. Er arbeitet mit Verbänden und Vereinen ähnlicher Zielsetzung zusammen, um ein angemessenes Denkmal mit angeschlossener Dokumentation zu errichten. Unser Anliegen ist im wahrsten Sinne überparteilich, weshalb unsere Vorstandsmitglieder keiner Partei angehören.
Dieser Satzungszweck wird insbesondere verwirklicht durch Vergabe von Forschungsaufträgen an Historiker zwecks der zu erarbeitenden Dokumentation. Damit verfolgt der Verein neben einer allgemeinen Volksbildung auch die Förderung von Wissenschaft und Forschung.
Zu diesem Zweck werden Spenden gesammelt und öffentlich bekanntzumachende Geldsammlungen durchgeführt. Der Verein ist überparteilich, überkonfessionell und steht auf den Grundlagen des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland.

FÜR ERINNERN  -  GEGEN VERGESSEN, VERDRÄNGEN, VERFÄLSCHEN